RWE bzw. Jung von Matt hat mit dem Spot mit dem “netten Riesen” einen toll gemachten und sehr emotionalen Spot geschaffen, der nicht nur ab Juli 2009 im Kino & TV zu sehen war, sondern auch auf Youtube und Co. viele Hits verzeichnet. Zum Beispiel hat der User Powlygon mit dem RWE Spot 70.000 Views erzeugt.
Der Spot wurde aber dummerweise von Greenpeace gekapert und innerhalb von kürzester Zeit wurde folgende Variante untertitelt mit kritischen Fakten im Greepeace-Blog veröffentlicht bzw. auf Youtube hochgespielt. In klassischer Youtube-Manier ist die überarbeitete Variante natürlich in den “Ähnlichen Videos” für den Video-Betrachter sofort sichtbar. Diese Variante, die den Werbeeffekt für RWE und die Botschaft ins Negative verkehrt, hat immerhin auch schon über 40.000 Views. Wahrscheinlich hätte der Spot vor einigen Jahren ohne Youtube, Kommentare, Social Media, Web 2.0 oder wie man es sonst auch bezeichnen will, wunderbar performt. Inzwischen sind die Fakten aber relativ einfach überprüfbar und was noch schlimmer ist: es kann schnell und mit überschaubarem Aufwand eine starke Reaktion darauf umgesetzt werden. Deshalb sollten Unternehmen aufpassen, welche Erwartungen dem Konsumenten suggeriert bzw. welche Bilder dem Konsumenten vorgesetzt werden.
Und noch etwas später findet eine weitere Überarbeitung Einzug bei Youtube. Das ganze bei relativ kleinem Aufwand und vernachlässigbarem Budget.
Der Kommentator Hebi schreibt passend dazu bei Horizont:
Das Internet schafft Transparenz. Der Schaden für RWE wird immens sein … und das zu Recht! Denn wer so antiquiert versucht den Konsumenten hinter’s Lich zu führen, der hat seine Marketingabteilung in den 80′er Jahren gecastet und ihnen zwischenzeiltich eine Fortbildung namens “Die Demokratie des Konsumenten – oder wie das Social Web Dich der Lüge straft” nicht genehmigt.
Deshalb sollten Konzerne genauso wie jeder andere der sich in der heutigen Werbelandschaft und noch viel mehr im Internet bewegt gut überlegen, was kommuniziert wird und inwieweit dies den Tatsachen entspricht. Wobei natürlich die Tatsachen im Auge des Betrachters liegen, denn auch wenn die von Greenpeace kommunizierten Inhalte möglicherweise nicht der Wahrheit entsprechen, ist der Imageschaden für RWE gewaltig: denn Meinungen sind Tatsachen.
Quellen: Vortrag von Jörg Ihlau von Service Plan Green beim Innovation Campus 2009

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